DIE REISEWIRTSCHAFT - Alle Ziele. Eine Stimme.
DIE REISEWIRTSCHAFT - Alle Ziele. Eine Stimme.

Bessere Rahmenbedingungen für die Reisebranche schaffen

74 Prozent der Reiseveranstalter und Reisebüros nennen den Abbau bürokratischer Lasten als die wichtigste Maßnahme für bessere Rahmenbedingungen für die Touristik. Gefordert werden außerdem die steuerliche Entlastung kleiner und mittelgroßer Unternehmen sowie eine stärkere Vertretung tourismuspolitischer Interessen durch die deutsche Politik auf EU-Ebene.

Urlaubssteuer durch Gewerbesteuerhinzurechnung außer Kraft setzen

Die steuerliche Behandlung des Einkaufs von Hotelzimmerkontingenten wird steuerlich wie Anlagevermögen statt richtigerweise wie Umlaufvermögen behandelt. Dadurch drohen der deutschen Reisewirtschaft Milliardenverluste. Wenn hier nicht endlich Abhilfe geschaffen wird, wird es zu einer Verlagerung des Hotelkontingenteinkaufs ins Ausland kommen – in Deutschland gingen dadurch tausende Arbeitsplätze verloren. Eine Präzisierung der Gewerbesteuergesetzgebung ist notwendig, um diese negativen Wirkungen zu verhindern.

Praxistauglichkeit des neuen Reiserechts sicherstellen

Mit dem neuen Reiserecht sehen sich Veranstalter und Reisemittler auch mit neuen Aufgaben konfrontiert. Das neue Reiserecht wird sich nach Einschätzung der Branche in der Praxis negativ auswirken. Die Branchenverbände erwarten, dass im Rahmen des Evaluationsprozesses eine Rückkoppelung mit dem EU-Gesetzgeber und der Kommission stattfindet, um die notwendige Praxistauglichkeit der EU-Rahmengesetzgebung sicherzustellen. Die Bundesregierung sollte dies im Blick behalten, die Anwendbarkeit der neuen Regelungen im Dialog mit der Tourismuswirtschaft überprüfen und im Fall besonderer Härten für die Branche entsprechend für Abhilfe zu sorgen.

Tourismus als Stabilisator nutzen

Der DRV fordert die künftige Regierung dazu auf, das Potential des Tourismus zur Stabilisierung fragiler Regionen künftig stärker in der Entwicklungszusammenarbeit zu nutzen. Öffentliches und privates Engagement sollte weiter vorangetrieben und die Attraktivität der bereits vorhandenen Infrastruktur weiter verbessert werden. Das Know-how deutscher Unternehmen ist hierbei unerlässlich und eine Unterstützung von der Bundesregierung wünschenswert.

Sonn- und Feiertagsarbeitszeit an Call Centern gewährleisten

Die Sonn- und Feiertagsarbeit für Call Center muss auch künftig gewährleistet sein. Flexible Arbeitszeiten in Call Centern sind für Unternehmen der Touristik von großer Bedeutung, denn nur so kann der unmittelbare Kontakt zum Kunden jederzeit gesichert werden – insbesondere auch bei Problemlösungen und Hilfestellungen, die der Kunde auch außerhalb normaler Bürozeiten benötigt. Die Tourismuswirtschaft fordert die Bundesregierung dazu auf, die Erlaubnis von Sonn- und Feiertagsarbeit für Call Center bundesweit per Verordnung zu regeln.

Berufliche Perspektiven im Tourismus aufzeigen

Die Chancen und Zukunftsperspektiven für junge Nachwuchskräfte im Tourismus sind hervorragend. Die Potentiale der Ausbildung im Tourismus müssen stärker Eingang in die Berufsberatung finden. Das Engagement der Branche sollte künftig durch verstärkte öffentliche Maßnahmen, z.B. im Rahmen der schulischen Berufsberatung oder der Vermittlung von Praktika und Praxiskontakten unterstützt werden. Es bedarf außerdem stärkerer finanzieller Anreize für die Förderung von Hochschulstudiengängen mit Tourismusschwerpunkt (insbesondere Dualer Studiengänge) an öffentlichen und privaten Hochschulen.

Exkursionen und Klassenfahrten professionalisieren

Wir benötigen Standards für Jugend- und Schulreisen, damit nicht nur pädagogischer Mehrwert, sondern auch die Absicherung im Krisenfall gewährleistet ist. Idealerweise sollten Träger solcher Reisen künftig bei der Organisation von Exkursionen und Klassenfahrten auf die Unterstützung von professionellen Anbietern aus dem Reiseveranstaltungs- und Reisevertriebsbereich zurückgreifen. Diese verfügen über das notwendige Know-how und die Erfahrung, um Jugendreisen oder Klassenfahrten so zu planen und zu gestalten, dass die Reise für Kinder und Jugendliche zu einem unvergesslichen und sicheren Erlebnis wird.

Ihr Ansprechpartner

Volker Adams
Leiter Politik
T +4930 2840645
adams​[at]​drv.de

Ihre Ansprechpartnerin

Alexandra Wolframm
Europabeauftragte
T +4930 2840646
wolframm​[at]​drv.de